Gedanken aus dem Grab

by Hjel

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credits

released November 8, 2013

Raureif – guitars, bass
Munin – vocals

All music and lyrics by Raureif

Guitars recorded in March 2013
Vocals recorded in October 2013

Drums arranged by Anagnorisis

Female spoken words by Szallejh

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Hjel Germany

Black metal project from Germany. New album "Kalte Asche" out now!

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Track Name: Gedanken aus dem Grab
Wenn nun die Sonne sich weiter dreht
Und kindlich mir meinen Frühling zeigt
Ein weiteres Male der Rabe durch die Felder weht

So bin ich durch die Jahre gegangen
Den Bäumen habe ich mich geneigt
Unter rosigen Gräsern war ich gefangen

Doch heute stehe ich still in der Welt
Verhöre den Wahnsinn der alternden Winde
Ich warte, dass sich diese Nacht noch erhellt

Doch auch dieses Mal bleibt es für immer finster
Die Sonne gleicht einem schüchternen Kinde
Und hält sich versteckt wie mein Grab unter dem Ginster
Track Name: Leichenmädchen
Ein Ort, von Sonne unbehelligt
Weit vom Dorfe unter Bäumen
Wo Schatten nur sich selbst gesellig
Dort wohnt der Alb aus meinen Träumen

Nur selten hört man alte Sagen
Von dem Mädchen aus dem Walde
Und zitternd noch die Menschen klagen
Über das Antlitz der Gestalt

Doch gestern erst, zur Neumondnacht
Als ich zum ersten Mal hier weilte
Kam er dann, zur dritten Wacht
Der Schrecken, der hier nie verschwand

Am Dorfplatz, an der alten Eiche
Stand sie still und weltgebannt
Vom Anblick mehr noch eine Leiche
Doch rasend blickte sie mich an

Vom Feuer in den leeren Augen
Zu den nackt und dreckig Füßen
Blässe nur in Haut und Haaren
Die einst alle Farben verließen

Im Winde zuckt ihr Leichenhemd
Ein Geisterwerk, so wunderschön
Dass man sein Lebenswerk verkennt
In ihrer Schönheit
Soll auch ich vergehen...
Track Name: Schneefall
Dunkle Wolken ziehen sich am Horizont zusammen
Kalt wird dieser Tag, und die Sonne bleibt verhangen
Böig kündet dieser Engel, der uns seine Pracht verleiht
Im Tale kehrt der Frost ein und von oben fällt die Ewigkeit

Nebel legt sich auf die Augen eines jeden Wanderers
Den Blick getrübt in weißem Schleier, sieht er nun Vergangenes
Vom Tode einer weißen Jungfrau und der Trauer in den Bergen
Einer nicht gewollten Jungfrau und den leeren Kindersärgen

Trauertod der Vögel und die letzte schwarze Blüte
Vergangen in den Feldern, die der Winter uns verhüte
Verblichen alle Farben, jeder Teufel trägt jetzt weiß
Und weiß nicht ob die Kälte ihm noch einen Tod verheißt

Denn gestorben ward schon viel in diesen kalten Finstertagen
Kein Reh und keine Ratte, die ihr Leben nicht vergaben
Nur die weiße Jungfrau mit den leeren Kindersärgen
Schenkt ein Lächeln noch den Toten und der Trauer in den Bergen

Der Wanderer erhebt den Blick und sieht den alten Tag schon sterben
Frost benetzt sein Leichentuch, er ist bereit für sein Verderben
Weiß ist die Umgebung und so weiß es auch er selber
Die heranbrechende Nacht lässt ihn um keine Stunde älter

„It’s so cold, it’s like the cold if you were dead“, you said...
and then you smiled for a second
[Robert Smith]

Wolken schwinden, Sterne scheinen an dem klaren Himmelszelt
Die Welt vergeht und niemand wird von seinem Sterne noch erhellt
Die letzte Seele flieht hinaus ins weite Universum
Ein Todesstern vergeht in seiner matt-schwarzen Verblendung

Und regt sich auch nach Stunden wieder leise Niederschlag
Ist keiner da zu schauen dieses Wunder, das die Welt vermag
Freiheit rieselt aus den Schreien eines stummen Donnerhalls
Und nur ein Engel sieht noch die Schönheit eines winterlichen Schneefalls
Track Name: Herbstzeitwinde
[Instrumental]
Track Name: Im Fieber dieser Nacht - Tote Menschen
Im Anfang war das Schweigen
Doch das Schweigen ist nicht mehr
Aus tausend Himmeln bricht das Wort
Und Ruhe gibt es nimmermehr

Nur manchmal, wenn der letzte
Sonnenstrahl am Horizont vergeht
Erhebt sich Würde aus den dunklen
Gassen, die der neue Wind verweht

Und langsam nur betreten
Wir den schwarzen Garten Eden
Voller Früchte, Voller Schlangen
Voll von Weisheit und von Leben

Tief gefallen sind wir wieder
Und zu Asche ganz verbrannt
Tote Menschen sind wir wieder
Von den Lebenden verbannt

Durch das Fieber dieser Nacht
Treten wir in Gottes Schöpfung
Im Fieber dieser Nacht
Stehlen wir den Glauben uns'rer Ahnen

Sterne prangen laut
Am Fleisch-geword'nen Himmelszelt
Planeten rasen bläulich
Durch das Schicksal dieser Welt

Gevatter Tod ist unser Hirte
Leitet uns auf allen Pfaden
Von der Mündung bis zur Quelle
Wird uns Gott sein Heil versagen

Schon zeigt sich auf der Uhr ein Schatten
Alle Zeiger aufgebahrt
Doch Ruhe geben wir noch nicht
Bis man das letzte Wort bewahrt

Die Dämmerung muss uns nicht fürchten
Leichenblass sind wir geworden
Tief im Innern uns'rer Seele
Liegt ein totes Kind verborgen

Schreiend tönt es Hilfe
Doch erstickt sind alle Laute
Der Gevatter holt es zu sich
In die Burg, die wir ihm bauten

Und so enden wir ein jeder
Als ein Kind im dunklen Wald
Keine Weisheit und kein Leben
Hier im Schatten noch erhallt

Und wenn die ersten Sonnenstrahlen
Dort vom Hügel uns verblenden
Warten wir zur nächsten Nacht
Damit wir wieder sterben können